Brauchtum

Fasnacht
Die Jugend als Hauptdarsteller

Fasnacht

In der Fasnacht zieht die männliche Jugend verkleidet durch den Ort, besucht Einheimische und Gäste und trägt die aktuellen Geschehnisse in Mundart vor.

Funken
Feuernacht in der Fastenzeit

Funken

Kaum ist die Fasnacht vorbei, beginnt die Vorfreude auf den Funkensonntag, den ersten Sonntag in der Fastenzeit. Schon Wochen vorher werden Holzvorräte gesammelt, die auf einen großen, mehrere Meter hohen Scheiterhaufen aufgeschichtet werden.

In dessen Mitte wird eine lange Stange angebracht und an deren Ende die "Funkenhexe" befestigt, eine aus Stroh gefertigte und mit alten Gewändern bekleidete Puppe. Mit dem Funkenfeuer soll der Winter ausgetrieben werden.

Klausentreiben
Vor 2000 Jahren fürchteten sich die Menschen gerade in den langen, harten Wintern sehr vor bösen Geistern und Dämonen.

Klausentreiben

Um diese zu vertreiben, vermummten sich die mutigsten jungen Männer des Ortes mit dicken Pelzen, Fellen, Hörnern und Ledergewändern. Anschließend ziehen sie am 5. und 6. Dezember mit Schellen und Ruten bepackt, durch die Gassen mit dem Ziel, alles Böse zu verjagen.

Palmesel
Eine Prozession mit dem Palmesel

Palmsonntag

Auch der Palmsonntag birgt für Bad Oberdorf eine Tradition - die Palmweihe in der Kirche. Dabei werden Palmbuschen, die schon tags zuvor nach alter Tradition gebunden wurden, geweiht, um sie später im Herrgottswinkel des Hauses anzubringen. Die feierliche Palmprozession führt von Bad Oberdorf zur Pfarrkirche nach Bad Hindelang. Angeführt wird der Zug durch den hölzernen Palmesel.

Rätschen

Rätschen

In der Karwoche von Karfreitagfrüh bis Karsamstagabend werden sämtliche Kirchenglocken abgestellt.

Traditionsgemäß läutet unsere Jugend symbolisch mit den so genannten "Rätschen".

Viehscheid
Almabtrieb

Viehscheid

Als eine der bekanntesten Allgäuer Traditionen findet in Bad Hindelang jedes Jahr am 11. September der Viehscheid statt. Nur wenn dieser auf einen Sonntag fällt, dann ist „der Scheid“ am Samstag davor.

Im Frühsommer jeden Jahres wird das Allgäuer Jungvieh zur „Sommerfrische“ auf die Berge geschickt.

Und dann nach ca. 100 Tagen in den Bergen kehrt das Vieh zusammen mit den Hirten wieder in das Tal zurück und wird dort „geschieden“, d.h. seinem jeweiligen Besitzer wieder zurückgegeben.

Die Tiere werden herausgeputzt, die großen Schellen (Zugschellen) angelegt und das Leittier mit einem prächtigen Kranz geschmückt. Letzteres allerdings nur dann, wenn während des Sommers kein Unfall, zum Beispiel durch Steinschlag, Blitzschlag oder Absturz eines Tieres, passiert ist.

Verbunden mit dem Viehscheid ist auch immer ein großer Krämermarkt mit Festzelt, Verkaufsständen, Fahrgeschäften und vielem mehr. Hier können Sie beobachten, wie die Hirten geehrt werden, denn es ist wahrlich keine leichte Aufgabe, 100 Tage lang die Verantwortung für eine ganze Herde zu tragen.